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Von Hitchcock lernen
Film
29.05.2006 - Schon 1992 habe ich diesen, in der Zwischenzeit einmal etwas überarbeiteten Text, „Von Hitchcock lernen“ an die Filmfördergremien versandt. Ich verstehe immer noch nicht, warum sich diese Gremien und die Filmproduzenten nicht diesem Wettbewerb stellen. Es könnte doch sein, dass die Förderung eines professionellen Filmbildentwurfs wirklich zu künstlerisch und wirtschaftlich erfolgreicheren Filmen führt? Prof. Toni Lüdi Mai, 2006
Von Hitchcock lernen.
Das Ergebnis zwanzigjähriger Filmförderung ist, was den internationalen Erfolg un-serer Filme angeht, derart enttäuschend, dass alle Beteiligten sich fragen lassen müssen, ob es Sinn macht, so weiterzumachen? Es soll nicht bestritten werden, dass viele versuchen, dem Film zu helfen. An gutem Willen scheint es nicht zu lie-gen. Was fehlt ist eine von genauer Kenntnis der Produktion getragene Analyse.
"Wenn nicht alle Filme wirklich einwandfrei sind, dann liegt das daran, dass es in unserer Industrie zu viele Leute gibt, die nichts von der Bildsprache verstehen." (Hitchcock zitiert aus "Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht" S. 258)
"In den meisten Filmen ist sehr wenig Kino. Ich nenne das Fotografien von redenden Leuten. Wenn man im Kino eine Geschichte erzählt, sollte man nur den Dialog verwenden, wenn es anders nicht geht. Ich suche immer zunächst nach der filmischen Weise, eine Geschichte zu erzählen" (e.d. S.53)
Diese zwei Zitate weisen auf das Wesen des Films hin. Filme sind in erster Linie visuelle Werke und müssen ihre Geschichten über das Bild erzählen.
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Toni Lüdi
S/F/K Verband - eine Abrechnung
Film
22.02.2006 - Am 14. Februar 2006 habe ich meinen Austritt aus dem Verein erklärt. Vielen Mitgliedern fühle ich mich verbunden im Kampf um bessere Filme. Wie hat Hein Heckroth gesagt: „der Kunst im Film eine Lanze“ brechen. Also, ganz ohne Stellungnahme will ich mich nicht verabschieden.
Ich kämpfe für bessere Filme. Hierzu ist eine der wichtigsten, bei uns meist fehlenden Vorsaussetzungen: funktionierende „Art Departments“. Abteilungen die in der Lage sind die Fragen der visuellen Bildgestaltung vor dem Dreh anschau- und diskutierbar zu machen. Zugeben will ich, dass es Ausnahmen und in den letzten Jahren, auch eine wachsende Zahl guter Szenenbildabteilungen gibt. Damit meine ich die von Christian Goldbeck oder Silke Buhr oder Uli Hanisch. Doch sie sind immer noch schwer erkämpft und nicht selbstverständlich. Bis zur Perfektion einer Sarah Greenwood in PRIDE AND PREJUDICE ist es noch ein meilenweiter Weg.
Deshalb ist mein Einsatz für das Szenenbild auch ein Einsatz für die „Kunst Im Film“ und für bessere Filme überhaupt. » weiterlesen
Toni Lüdi
PRIDE AND PREJUDICE / STOLZ UND VORURTEIL
Film
19.01.2006 - What a great film! Was für ein großartiger Film. Schon das erste Bild, der Blick in die englische Landschaft, unspektakulär. Blick in den Garten. Umwerfend. Wie ein Gemälde. Von impressionistischer Schönheit, wie fotografiert von Simone Nieweg.
Dann die Sets, die Szenenbilder. Starke Beispiele englischer Cottages, der Landhäuser. Das Milieu des kleinen Landadels mit viel Witz und Einfühlungsvermögen, fast karikiert.
Mit deutlicher Kontur gezeichnet. Die Patina, so überzeugend. Die Bälle. Tanzfeste, dicht und stimmungsvoll, bewegt und lebendig vor der Kamera. Die Stimmung greift fast auf den Zuschauer über, man beginnt sich mit den Damen zu freuen und mit den Herren zu schwitzen. Jede Geste sitzt. Jeder Blick lockt. » weiterlesen
Toni Lüdi
BGH-Urteil zur DVD als neue Nutzungsart
Film
25.05.2005 - Verhandlung vor dem I. Zivilsenat am BGH. 19. Mai 2005. Vorsitzender: Prof. Dr. Ullmann; Berichterstatter: Prof. Dr. Bornkamm
Az.: I ZR 285/02
Die DVD ist nach dem Urteil des Senates „keine neue Nutzungsart“, sondern bloß eine „technische Neuerung“. Die DVD wird auf „längere Sicht die herkömmliche Videokassette ersetzen“. Also, eine Substitution, vielleicht, irgendwann - deshalb keine neue Nutzungsart!
Die Urheber gehen wieder leer aus, die Verwerter erhalten alle „windfall profits“. Und das bei einer neuen und revolutionären Nutzungsform, die hunderte von Millionen an Mehrerlösen (auch im Verhältnis zur bisherigen Videoauswertung) erbringt. Ist das eine Pervertierung des Urheberrechts? Mehr als das! Schöne Floskeln wie dem „Urheber die Entscheidung darüber vorbehalten, ob und ggfs. gegen welches Entgelt er mit der Einräumung von Rechten für neue technische Entwicklungen einverstanden ist“ (so einmal der BGH selbst), ihm eine „angemessene und redliche Vergütung“ für die Auswertung seiner Werke gewähren und was da sonst noch so im Urheberrechtsgesetz steht werden zur Farce!
Rechtsprechung Landgericht München
Gerichtsurteil Landgericht München
Rechtsprechung Oberlandesgericht (OLG) » weiterlesen
Toni Lüdi
Bildgestaltung - Lichtgestaltung
Film
12.05.2005 - Streit und Profilierungsversuche in den Tagen von Harzt IV. Lichtgestalter ? Natürlich geht es um Urheberrechte am Film!

Henry Bumsteads Entwurf (Kopie Toni Lüdi)
Vor kurzem habe ich ein Papier zum Urheberrecht des Lichtgestalters auf den Tisch bekommen. Da wird viel Philosophisches über Licht und Farben spekuliert. Das Ganze hat natürlich das Ziel Rechtsansprüche auf Beteiligung an Ausschüttungen im Filmbereich zu untermauern. Der Grund für diese Unternehmungen liegt in den seit Jahren sinkenden, oder auf jeden Fall nicht mehr steigenden Honoraren. Die Beleuchter suchen, wie andere auch, nach zusätzlichen Erlösquellen.
Das gibt mir jetzt die Möglichkeit einmal grundsätzlich mit der komplexen Materie Film und den verschiedenen Beiträgen zu Filmkunstwerk auseinander zu setzen. Von den Künsten ausgesehen. » weiterlesen
Toni Lüdi
Sprachwirrwar
Film
09.04.2005 - Für den Szenenbildner gab es in der Vergangenheit in Deutschland keine filmspezifische akademische Ausbildungsmöglichkeit.
Die Mehrheit der auf dem weiten Gebiet des Film- und Fernsehszenenbildes tätigen Personen haben eine Hochschulausbildung als Architekt, Innenarchitekt, Bühnenbildner, Maler oder Kommunikationsdesigner. In die speziellen Aufgaben des Berufes eines Szenenbildners haben sie sich autodidak-tisch eingearbeitet. Dies mag eine der Ursachen für die Vielfalt der Bezeichnungen sein.
Die Szenenbildner mit Studienabschlüssen als Architekten oder Innenarchitekten, nen-nen sich bevorzugt Filmarchitekten, Szenenbildner mit dem Diplom einer Akademie im Fach Bühnenbild, nennen sich Bühnenbildner, Absolventen einer Fachhochschule auf dem Gebiet des Kommunikationsdesigns bezeichnen sich gerne als Designer. Kunst-maler, Autodidakten und andere wählen die Bezeichnungen Szenenbildner oder Ausstatter.
Im deutschen Sprachraum haben sich verschiedene Begriffe herausgebildet. Aus der Vorkriegszeit ist die Bezeichnung "Filmbildner" überliefert. In der DDR sprach man vom "Szenographen". Im russischen wird der Szenenbildner als der "Künstler" be-zeichnet. Heute wird vom "Bühnenbildner", "Filmarchitekt" oder "Szenenbildner" gesprochen. Ebenso üblich ist der Begriff "Ausstattung" oder der "Ausstatter", wie auch "Bau" oder "Bauten". In Angleichung an den internationalen Medienmarkt finden sich die Bezeichnungen "Art Director" und "Production Designer". Ganz neu der „Set Designer“. In Frankreich wird der SZENENBILDNER als "chef décorateur" be-zeichnet. In Italien ist der Begriff "scenografia" üblich, in Spanien nennen sich die Kollegen "Directores de Arte de Cine y Television".
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Toni Lüdi
BEITRAG ZUM FILMBILD
Film
12.03.2005 - Henry Bumstead berichtete 1991 auf der Sommerakademie der Akademie der Künste in Berlin von einer lange vergangenen Sitzung der Academy in Los Angeles. Auf dieser Sitzung ging es um die Frage des Beitrags zum Filmwerk und dabei zum Gewicht der beiden Beiträge des Szenenbildners( Art Directors) und des Kameramannes (Directors of photography). Das ist ein gerade heute brennend aktuelles Thema. Um den runden Tisch der Academy ging die Diskussion mit dem allgemeinen Tenor, wichtiger für die Gestalt der Bilder sein in vielen Fällen doch der Kameramann, bis das Wort an den Regisseur Bob Wise gerichtet wurde. Wise stimmte im großen Ganzen zu und sagte, “sicher, während des Drehs, sei der Kameramann der engste Partner des Regisseurs,“ doch gab er zu bedenken “dass, der Szenenbildner viel früher die Arbeit aufnahm, die Drehorte suchte, die Bauten und Adaptionen entwarf, die Farben bestimmte, die Einrichtungen und Requisiten besorgte und bis nach Drehende die Arbeiten betreute.“ Seiner Meinung nach sei der Szenenbildner doch näher am „Werk“ und sein Beitrag sei deshalb für die Gestalt des Filmes der gewichtigere. Bumstead schloss: „I could have kissed him“. » weiterlesen
Toni Lüdi
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