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Netzzeitung von Toni Lüdi

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SZENENBILDNER - FRAGEN
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27.09.2023

SZENENBILDNER - FRAGEN Ich bedauere es etwas dass, meiner Meinung nach, der grundlegende wichtige Beitrag des Szenenbildners zur Aussage eines Filmwerks durch die Gestaltung der Bilder, zu selten gesehen wird und zu selten Anerkennung findet. Für den Laien, auch für den cineastischen Fachmann scheint sich dieser Beitrag zu verstecken. Natürlich ist es auch schwierig von einem durch eine Gruppe unterschiedlicher Künstler und unterschiedlicher Beiträge die Einzelleistung zu erkennen. Davor steht sprichwörtlich oft der Hauptdarsteller, die Hauptdarstellerin, und die Regie.

Auch hat die Wissenschaft, die kunsttheoretische Auseinandersetzung, mit dem Thema Gestaltung der Räume als visueller Beitrag zum Filmerzählung noch nicht das notwendige Maß erreicht. Zur Klärung dieser Fragen soll dieser Text etwas beitragen. Die höchst komplexen Aufgabenstellungen als Folge der unterschiedlichsten Drehbücher, der sehr unterschiedlichen Narrative und die Vielzahl der Szenen führen dazu, dass der persönliche Stil eines Szenenbildners sich nicht leicht erschließt. Darf ich Ihnen ein paar Fragen vorlegen? Sind Sie der Meinung einen eigenen, persönlichen Stil zu haben? Wie würden sie diesen beschreiben? Fertigen Sie für das jeweilige Filmprojekt eine Farbskala an? Sind Ihre Entwürfe geprägt von einem dokumentarischen „Realismus“? Unterschieden Sie Schlüsselszenen und Hauptschauplätze? Werden die Entwürfe zu den Hauptschauplätzen diskutiert? Wenn ja, mit wem? Dem Regisseur, dem Kameramann? Wie weit nehmen Sie Einfluss auch das Kostümbild? Abstimmung von Farben und Mustern. Durch die Gestaltung der Lichtsituation, wo liegen die Fenster im Studiobau, welche Deckenlampen haben Sie im Bau vorgesehen, wie sind die Fenster durch Vorhänge, Schabracken etc. Wie weit beeinflusst Ihre persönliche Arbeitsweise die visuelle Gestaltung auch über den einzelnen Film hinaus? Kennen Sie Beispiele von szenenbildnerischer Arbeit von Kollegen, die erkennbar geprägt ist durch eine persönliche Haltung und Arbeitsweise? Um Ihnen ein Beispiel zu geben. Es ist mir immer noch unerklärlich wie bei einem so klar und deutlich durch eine ausgezeichnete Gestaltung der Szenenbilder geprägtes Filmwerk wie BANG BOOM BANG, dieser Beitrag zum Filmwerk übersehen werden kann. In herausragender Form haben Bettina Glier und Uwe Stanik diesen Film geprägt. Das ist bestes Pop Art Design. Ihr Beitrag wird in keiner Weise angemessen gewürdigt.

Toni Lüdi


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